LNet - Das innovative Nix-Netz!
In einem Zeitalter, in dem unsere Computer immer leistungsfähiger, das Internet immer wichtiger und die Geschäftswelt immer globaler wird, zeigt sich die ganze Tragweite fehlgeleiteter Kommunikations-Planung. Vermutlich war es ein Fehler, die Deutsche Telekom ohne Bedingungen aus der Verantwortung für die Nutzer zu entlassen. Wenn es nur um die Kohle und die Aktionäre geht, bleiben die Belange vor allem der kleinen Gemeinden auf der Strecke. Das schädigt die Infrastruktur nachhaltig, wenn man nicht nur auf die Landwirtschaft schielt.
Es geht weiter im Schneckentempo
Ich hätte skeptisch sein sollen, als die ZVO, unser Müllentsorger, uns die Lösung aller DSL-Probleme versprach - LNet, Internet über Funk mit einer minimalen Bandbreite von 2-3 Mbit/s und das in einem Gebiet in dem man kaum eine vernünftige Mobiltelefon-Verbindung bekommt und wo das GPS schon mal einen Kurierfahrer in den Wald schickt - fast wie in der finnischen Tundra. Nun also schnellere Downloads, bessere Uploads, Youtube, Videokonferenzen - alles schien möglich. Ein wenig merkwürdig war die Reaktion des Präsentators schon, als ich nebenbei bemerkte, dass ich in manchen Monaten 200 GB Daten ins Netz stelle bzw. aus dem Netz beziehe. Utopisch? Inzwischen umfassen allein die Programmaktualisierung mehrere hundert MB. Lädt man dann noch Videos ins oder aus dem Netz kommt schnell einiges zusammen.
Ein komplettes Online-Backup einer meiner Rechner bringt es immerhin auf stolze 80 GB. Eine meiner Online-Festplatten fasst entsprechend 300 GB. Ideal für Backups und Projekte, die von mehreren Programmierern gleichzeitig bearbeitet werden. Bisher funktionierte das nur, wenn ich mir meinen Laptop unter den Arm klemmte, einen meiner Söhne in Hamburg oder Lübeck um Hilfe bzw. Onlinezeit bat oder ein Internetcafé aufsuchte. Alternativ gibt es noch extenere Festplatten, die man mit der Post versenden kann. Alles keine Ideal-Lösungen für den Datentranfer aber praktikabel, wenn auch zeitaufwendig.
Nun gut die avisierten 2 Mbit/s sind nun auch nicht gerade geeignet, mir in allen Bereichen weiter zu helfen, die regulären Downloads und Updates wären allerdings wesentlich schneller auf der Platte als mit den ortsüblichen 384 Kbit/s. Die Freude hielt sich in Grenzen, war aber dennoch latent vorhanden. Nach einigen Stunden der Überlegung habe ich den Vertrag ausgefüllt und gefaxt. Die Kosten schienen mir zwar ein wenig hoch: 29,99 Euro monatlich zuzüglich 169,- Euro Anschlussgebühr. Telefon extra. Sei's drum: zwei Tage später kam ein etwas antiquiertes Funkmodem, vorkonfiguriert und nicht flexibel. Dieses Ding sollte mir in den nächsten Stunden wenig Freude bereiten. Die Verbindung brach ab oder war sogar schlechter als unser Spar-DSL. Das war's dann auch schon: Auspacken, einpacken zurücksenden. Schade eigentlich!
