Nichts Weltbewegendes!
Unsere Historiker werden die Geschichte des kleinen Dorfes natürlich nicht gerade prickelnd finden. Auch wenn sich hier in der Nähe, in Richtung Siblin, ein Hügelgrab befindet, das nachweist, dass hier schon in früher Zeit eine gewisse Besiedlung statt gefunden hat. Ein Urzeit-Prommi wird es nicht gewesen sein, der dort seine letzte Ruhe gefunden hat. Wohl eher ein Niemand, einer von uns quasi.
Natürlich hat das Dorf Gießelrade aber auch eine richtige Geschichte. Eine recht bewegte sogar, folgt man dem Chronisten des Ortes, Wolfgang Kussat. Ich will Sie hier jedoch nicht mit unzähligen geschichtlichen Daten quälen. Eine Geschichte haben wir schließlich alle.
Hin und Her !
Um 1150 wurde Gießelrade erstmals urkundlich erwähnt, damals hieß der Ort noch Gieselenrode und diente zumeist als Rohstofflieferant für Holz. 1295 ging Gieselenrode in den Besitz des Grafen Adolf VI von Holstein über. Wenig später waren es die Rantzauer, die die Geschicke des Ortes leiteten und es letztlich an einen reichen Lübecker Kaufmann veräußerten.
Danach war Gießelrade Jahrhunderte lang eine Enklave der Lübecker Geistlichkeit, gehörte jedoch faktisch zum von dänischen Fürsten regierten weltlichen Amt Ahrensbök. Nach der Auflösung des Bistums Lübeck 1803 fiel das Dorf an das Fürstentum Lübeck. Die Lübecker tauschten es letztlich mit dem Amt Ahrensbök, zu dem es bis heute gehört.
In der Vergangenheit war das Dorf Zentrum gewerblichen und geselligen Treibens. Eine Ziegelei, eine Meierei und eine Mühle boten der heimischen Bevölkerung Brot und Arbeit. Es gab einen Schuhmacher, einen Schmied, einen Kolonialwarenladen und eine Gastwirtschaft an der Travequelle. Die Kinder besuchten eine einklassige Schule. Das war gestern. Heute bewirtschaften ein paar landwirtschaftliche Betriebe die umliegenden Ländereien und einige wenige Dienstleister wie ich, versuchen von hier aus geschäftliche Aktivitäten aufzubauen. Die meisten Bewohner des Ortes gehen ihrer Profession jedoch in anderen Orten nach, wenn sie altersbedingt überhaupt noch einen Beruf ausüben.
Das war dann auch schon die ganze geschichtliche Betrachtung unseres kleinen Dorfes. Sicher hat es mehr zu bieten,
als manch anderer Ort, aber so richtig abendfüllend ist der historische Hintergrund hier sicher nicht.
Ich hoffe Sie haben diese Zeilen trotzdem gern gelesen!